Tomaten, Paprika und viele andere Gemüsearten können mit arbuskulären Mykorrhizapilzen eine Symbiose eingehen. Dabei besiedelt der Pilz die Wurzel und bildet feine Hyphen im Substrat. So kann sich der von der Pflanze erschlossene Bodenraum erweitern.
Entscheidend ist jedoch die richtige Anwendung. Mykorrhiza ist kein klassischer Dünger und funktioniert nicht nach dem Prinzip „mehr Pulver = mehr Wachstum“.
Welche Gemüsepflanzen können Mykorrhiza bilden?
Viele verbreitete Nutzpflanzen sind grundsätzlich mit arbuskulärer Mykorrhiza kompatibel. Dazu gehören beispielsweise Tomaten, Paprika, Chili, Gurken, Kürbisgewächse, Mais und zahlreiche Hülsenfrüchte.
Es gibt allerdings Ausnahmen. Viele Kreuzblütler wie Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Radieschen oder Senf bilden normalerweise keine arbuskuläre Mykorrhiza. Auch bei anderen Pflanzenfamilien gibt es Besonderheiten.
Warum ist Mykorrhiza für Tomaten interessant?
Tomaten entwickeln ein ausgeprägtes Wurzelsystem und haben während ihres Wachstums einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Eine etablierte Mykorrhiza kann die Pflanze bei der Erschließung von Wasser und bestimmten Mineralstoffen unterstützen. Besonders relevant ist die zusätzliche Erschließung wenig mobiler Nährstoffe wie Phosphor.
Das ersetzt weder eine passende Nährstoffversorgung noch richtiges Gießen. Mykorrhiza ergänzt das Wurzelsystem, statt grundlegende Kulturbedingungen zu ersetzen.
Wann sollte man Mykorrhiza bei Tomaten anwenden?
Am einfachsten ist die Anwendung beim Pikieren, Einpflanzen oder Umtopfen. In diesen Situationen lässt sich das Inokulum unmittelbar an die Wurzeln bringen.
Bei Jungpflanzen kann Mykorrhiza beim Wechsel in einen größeren Topf oder beim Auspflanzen ins Beet beziehungsweise Gewächshaus eingesetzt werden.
So wendest du Mykorrhiza bei Gemüse an
Gib das Inokulum in den Bereich, in dem die lebenden Wurzeln liegen. Beim Einpflanzen kann eine kleine Menge direkt ins Pflanzloch beziehungsweise an den Wurzelballen gegeben werden. Anschließend normal einpflanzen und angießen.
Eine ausführlichere Anleitung findest du in unserem Guide zur richtigen Mykorrhiza-Anwendung. Wenn du eine Pflanze in einen größeren Topf setzt, hilft zusätzlich die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umtopfen mit Mykorrhiza.
Mykorrhiza im Topf, Hochbeet und Gewächshaus
Das Grundprinzip bleibt gleich: Entscheidend sind kompatible lebende Wurzeln und geeignete Bedingungen im Wurzelraum. Mykorrhiza kann deshalb sowohl bei Topfkulturen als auch im Beet, Hochbeet und Gewächshaus eingesetzt werden.
In Gefäßen sind insbesondere Drainage und Bewässerung wichtig, da dauerhaft wassergesättigtes Substrat die Wurzeln belastet.
Mykorrhiza und Dünger bei Tomaten
Tomaten benötigen während ihrer Entwicklung eine ausreichende Nährstoffversorgung. Mykorrhiza ersetzt diese nicht. Sehr hohe Nährstoffkonzentrationen – insbesondere eine übermäßige Phosphorversorgung – können jedoch die Ausbildung der Symbiose beeinflussen.
Die bessere Strategie ist daher eine bedarfsgerechte Düngung statt pauschaler Überdüngung. Welche mineralischen und organischen Dünger grundsätzlich zusammen mit Mykorrhiza eingesetzt werden können, erklären wir in Mykorrhiza und Dünger: Was funktioniert zusammen?.
Häufige Fehler
Zu den typischen Fehlern gehören fehlender Wurzelkontakt, Staunässe, unnötig hohe Dosierungen und die Anwendung an Pflanzen, die keine entsprechende Mykorrhiza bilden. Mehr dazu findest du unter 5 häufige Fehler bei Mykorrhiza.
Fazit
Bei Tomaten und vielen Gemüsearten ist Mykorrhiza vor allem dann sinnvoll eingesetzt, wenn das Inokulum frühzeitig und direkt an kompatible Wurzeln gelangt. Gute Bodenstruktur, passende Bewässerung und bedarfsgerechte Nährstoffe bleiben trotzdem die Grundlage.
Für die gezielte Anwendung findest du hier Mykoritter Premium Mykorrhiza. Grundlagen zur Symbiose erklären wir außerdem im großen Mykorrhiza-Guide.