Eine der häufigsten Fragen zur Mykorrhiza lautet: Darf ich meine Pflanzen weiterhin düngen? Die kurze Antwort lautet: Ja. Mykorrhiza und Dünger schließen sich nicht grundsätzlich aus.
Entscheidend sind Nährstoffmenge, Pflanzenbedarf und die Bedingungen im Wurzelraum. Besonders Phosphor spielt für die Ausbildung der Symbiose eine wichtige Rolle.
Ist Mykorrhiza ein Ersatz für Dünger?
Nein. Mykorrhizapilze produzieren keine Pflanzennährstoffe aus dem Nichts. Ihr Hyphennetz kann einer kompatiblen Pflanze helfen, vorhandene Ressourcen aus einem größeren Bodenbereich zu erschließen.
Die Pflanze benötigt weiterhin eine bedarfsgerechte Versorgung mit ihren essentiellen Nährstoffen.
Warum ist Phosphor besonders wichtig?
Arbuskuläre Mykorrhiza ist unter anderem für ihre Rolle bei der Phosphorversorgung bekannt. Ist Phosphor bereits in sehr hoher Konzentration leicht verfügbar, kann die Pflanze weniger stark in die Symbiose investieren.
Das bedeutet nicht, dass phosphorhaltiger Dünger grundsätzlich vermieden werden muss. Sinnvoll ist vielmehr, unnötige Überversorgung zu vermeiden.
Kann man mineralischen Dünger mit Mykorrhiza verwenden?
Grundsätzlich ja. Mineralischer Dünger tötet Mykorrhiza nicht automatisch ab. Problematisch können jedoch sehr hohe Salz- oder Nährstoffkonzentrationen und insbesondere eine starke Phosphorüberversorgung sein.
Wie sieht es mit organischem Dünger aus?
Auch organische Dünger können mit Mykorrhiza kombiniert werden. Sie sind jedoch nicht automatisch in jeder Dosierung besser. Entscheidend bleibt, welche Nährstoffe in welcher Menge verfügbar werden und ob die Bedingungen für Wurzeln und Mikroorganismen passen.
Sollte man direkt nach dem Umtopfen düngen?
Das hängt vom verwendeten Substrat ab. Viele handelsübliche Erden sind bereits vorgedüngt. Eine zusätzliche sofortige Düngung kann dann unnötig sein.
Das Umtopfen selbst ist dagegen ein guter Zeitpunkt, um Mykorrhiza direkt an die Wurzeln zu bringen. Unsere Anleitung findest du unter Mykorrhiza beim Umtopfen.
Die drei wichtigsten Regeln
- Bedarfsgerecht düngen: Mehr Nährstoffe bedeuten nicht automatisch mehr Wachstum.
- Phosphor nicht unnötig überdosieren: Sehr hohe Verfügbarkeit kann die Symbiose beeinflussen.
- Wurzelgesundheit priorisieren: Sauerstoff, Feuchtigkeit und Substratstruktur bleiben entscheidend.
Mykorrhiza richtig anwenden
Auch die beste Düngestrategie hilft wenig, wenn das Inokulum die Wurzel nicht erreicht. Alles zur praktischen Anwendung findest du im Mykorrhiza-Anwendungs-Guide. Die Grundlagen erklärt unser großer Mykorrhiza-Guide.
Fazit
Du musst dich nicht zwischen Dünger und Mykorrhiza entscheiden. Eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung und eine funktionierende Mykorrhiza können Teil desselben Wurzelsystems sein.
Für die gezielte Anwendung findest du hier Mykoritter Premium Mykorrhiza.